Qualitätssicherung Gesundheitstraining (1990-1995)

„Qualitätssicherung Gesundheitstraining“ war ein Beratungsprojekt, in dem in einer Versuchsklinik ein Patientenschulungsprogramm optimiert und durchgeführt wurde und in einer identischen Vergleichsklinik dieses Programm im Versuchszeitraum ganz ausfiel. Ziel war es, die Effekte des Schulungsprogramms messen und darstellen zu können. Aufgaben in diesem Projekt waren die Entwicklung eines Projektablaufplans, die Entwicklung und Testung von Erhebungsinstrumenten, die Koordinierung der Datenerhebungen in den Kliniken, die Vorbereitung und Moderation von Projektgruppensitzungen, die Datenauswertung, die Abfassung von Zwischenberichten, die Führung zweier Projektmitarbeiter, die Erstellung des Abschlußberichts, die Präsentation der Ergebnisse in der Unternehmensgruppe Lielje und auf Forschungskongressen.

 

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Servicezentren Häusliche Pflege (1992-1995)

Das Modellprojekt „Servicezentren Häusliche Pflege“ wurde vom Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung in drei Akut-Krankenhäusern über dreieinhalb Jahre gefördert. Das SPI KÖLN hat im Auftrag der geförderten Krankenhäuser das Projektmanagement im Feld übernommen. Neben einem Bildungsprogramm für pflegende Angehörige und einem Betreuungsdienst für Patienten lag der Schwerpunkt der Projektarbeit in der Einrichtung zusätzlicher Kontaktstellen im Krankenhaus. Die Kontaktstellen waren mit Diplom-Sozialarbeitern / -pädagogen besetzt. Aufgabe war es, in den drei beteiligten Häusern ein von den Mitarbeitern akzeptiertes Dokumentationssystem zu entwickeln, das eine Effizienzschätzung der zusätzlichen sozialen Serviceleistungen zuließ. Über die Dokumentation wurde erfasst, wie sich an der Schnittstelle zwischen stationärer und ambulanter Leistungserbringung, die Überleitung in die ambulante Leistungsebene durch zusätzliche Serviceangebote verbessern läßt. Patienten in ambulante Leistungen zu überführen kann wesentlich aufwendiger sein, als ihre stationäre Unterbringung z.B. in einem Pflegeheim zu veranlassen. Die Totalversorgung im Pflegeheim als Regelfall ist nicht sinnvoll. Im Rahmen der Einführung der Pflegeversicherung sollte mit der Hilfe des Modellprojekts erprobt werden, ob der zusätzliche Einsatz zweier BAT IV - Sozialarbeiter-Stellen pro Krankenhaus leistungsbezogen begründet werden kann. Die Umsetzung des im Pflegeversicherungsgesetzesetz verankerten Prinzips „ambulant vor stationär“ sollte gesichert und auf seine Effektivität hin untersucht werden.

Aufgaben waren die Vertragsgestaltung mit dem Auftraggeber, der Entwurf des Projektplans, die Kalkulation und Mitarbeitergewinnung für die Feldarbeit, die Gestaltung und Moderation der Projektgruppensitzungen, die Arbeit mit den Projektmitarbeitern der Kliniken, die Koordination zweier eigener Projektmitarbeiter, die Moderation von Workshops zur Erarbeitung der verschiedenen Erhebungsinstrumente, deren Implementation im Arbeitsalltag, die Konzeption und Durchführung von quantitativen und qualitativen Datenanalysen, die Rückmeldung der Ergebnisse an die Projektgruppe und die Klinikmitarbeiter, die Erstellung von Projektberichten für die Fachpresse, die Vorstellung des Projektkonzepts auf Symposien und die Abfassung des Endberichts an den Auftraggeber.

 

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EDV-Dokumentation klinischer Sozialarbeit (1995)

Parallel zum Abschlußbericht gaben zwei der am Modellprojekt „Servicezentren Häusliche Pflege“ beteiligte Krankenhäuser dem SPI KÖLN den Auftrag, die Papierform des erarbeiteten Dokumentationssystems in eine alltagstaugliche EDV-Version für die Mitarbeiter umzusetzen, so dass über die Projektlaufzeit hinaus eine Dokumentation der Arbeit erfolgen kann. Wesentlich war hierbei, dass durch eine leistungsbezogene Dokumentation der klinischen Sozialarbeit eine Möglichkeit besteht, deren Beitrag zum Betriebsergebnis eines Krankenhauses darzustellen. Bislang existierten Stellen in Abhängigkeit von der Bettenzahl eines Krankenhauses. Die notwendigen Beratungsleistungen unterscheiden sich aber in Abhängigkeit von erbrachten Leistungen und die haben nicht nur etwas mit der Bettenzahl zu tun. Durch die Bundespflegesatzverordnung 1995 wurden bereits Elemente leistungsorientierter Entgeltformen im Akut-Krankenhaus eingeführt. Die Grundlage für eine leistungsbezogene Bemessung des Personalbedarfs fehlt aber für die sozialen Beratungsleistungen. Das Projekt dauerte insgesamt neun Monate.

 

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Patientenerwartungen in der medizinischen Rehabilitation (1993 -1995)

Das Projekt zur Erhebung der Patientenerwartungen für die LVA Hannover hatte zum Ziel, zu evaluieren, wie viele Patienten mit Behandlungserwartungen in eine medizinische Reha-Klinik kommen, die nicht zum Behandlungsangebot einer Reha-Klinik passen. Hierzu wurden zunächst qualitative Interviews zu Hause bei den Patienten durchgeführt und später ein selbst entwickeltes, standardisiertes Erhebungsinstrument eingesetzt. Ziel der Studie war es, ein Instrument zu entwickeln, dass es erlaubt, die Reha-Motivation zu identifizieren, um später auch die Therapieplanung hieran zu orientieren. Das Projekt war gesundheits- und sozialpolitisch brisant, weil es einen weiteren Beitrag zur Diskussion der Problematik der Überinanspruchnahme von Leistungen zur medizinischen Rehabilitation darstellte. Meine Aufgaben reichten von der Projektakquisition beim ersten Direktor der LVA Hannover und dem Ärztlichen Direktor zweier Kliniken, der Vertragsgestaltung, der Erstellung des Projektplans, inklusive Finanzierung, der Gestaltung des Kontakts mit dem Ärztlichen Direktor beider betroffenen Kliniken bis hin zur Konzeption und Durchführung der qualitativen und quantitativen Datenerhebungen und -analysen. Der Abschlußbericht ging an den Leistungsausschuss des Vorstands der LVA Hannover und wurde sowohl in Kongressen, als auch in der Fachpresse diskutiert. Die Behandlungserwartungen waren eher auf Kuren als auf Rehabilitationsmaßnahmen ausgerichtet.

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Qualitative Befragung zur "Nummer gegen Kummer" (1994)

Ziel des Projekts war es, Erwartungen von Jungen und Mädchen bei einem Anruf der bundesweit geschalteten „Nummer gegen Kummer“ des Kinderschutzbundes zu erfragen. Hieraus werden Konsequenzen für die Ausbildung der Telefonberater gezogen. Wir haben 20 qualitative Interviews mit der Zielgruppe durchgeführt und diese inhaltsanalytisch ausgewertet. Es liegen Ergebnisse zu den vier Hauptkategorien: Anlässe für eine Telefonberatung, Themen einer Telefonberatung, real erlebte Verhaltensweisen in Beratungs- und Konfliktgesprächen, Beratungserwartungen/Beratungswünsche und zur Einschätzung des Kinder- und Jugendtelefons vor.

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Laienverständnis pflanzlicher Arzneimittel (1994 - 1997)

Im Zuge unserer Veröffentlichungen zu Patientenerwartungen, ergab sich ein Kontakt mit dem Institut für pharmazeutische Biologie der Universität Tübingen von Prof. Heide. Ihn interessierte der Zusammenhang zwischen Einsatz von und dem Wissen der Patienten zu pflanzlichen Arzneimitteln. Schließlich wurde seitens der Uni Tübingen eine repräsentative Befragung in Auftrag gegeben, bei der identifiziert werden sollte, wie Patienten pflanzliche Arzneimittel von synthetischen Arzneimitteln trennen und in welcher Form die Wirkerwartungen hierbei eine Rolle spielen. Meine Aufgaben hierbei war die Projektplanung, die Entwicklung des Erhebungsinstruments, die Gewinnung und Ausbildung von 30 Interviewern, die Durchführung der repräsentativen Datenerhebung, sowie die Datenanalyse. Das Projekt war bereits im Jahr 1995 abgeschlossen. Die vertraglich vereinbarte Veröffentlichung der Ergebnisse zog sich dann aber bis 1997 hin, da der mit dem Projekt betraute Assistent von Prof. Heide während des Projekts wechselte. Die Veröffentlichung der Ergebnisse hat eine Diskussion unter den Apothekern ausgelöst, in der es um die Rolle der Apotheken als Informationslieferant für Arzneimittel geht. Da die Laien sehr gut informiert sind, spielt die Informationsfunktion der Apotheken gerade bei pflanzlichen Arzneimitteln nicht die entscheidende Rolle, wie sie immer wieder postuliert wird.

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Initiativprogramm Vernetzung (1995 - 1997)

Das „Intiativprogramm Vernetzung“ war ein Projekt zur Entwicklung von Perspektiven für die Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen zwei Sozialstationen, zwei Altenzentren, einem Altenheim und zwei Akut-Krankenhäusern in einem ausgewählten Landkreis. In diesem Landkreis stellt der Auftraggeber des Projekts, der betreffende Diözesan-Caritasverband, ca. 80 % der Kranken- und Altenhilfekapazitäten. Der betroffene Diözesan-Caritasverband (DiCV) ist hierbei in einer Doppelfunktion tätig: Einmal fungiert er als Dachverband, der seine Mitglieder in entscheidenden Gremien vertritt und zum anderen ist er selbst Träger eigener Einrichtungen. Ziel des Projekts war es, die vor etwa zehn Jahren unter dem Dach des DiCV gegründeten selbständigen Trägergesellschaften mit den Einrichtungen in direkter Trägerschaft des DiCV zu vernetzen. Zu diesem Zweck habe ich mit einer Projektmitarbeiterin zunächst eine qualitative Befragung mit allen Geschäftsführern und Einrichtungsleitern zu verschiedenen Ebenen der Zusammenarbeit geführt. Auf der Basis dieser Befragungsergebnisse fand ein Workshop statt, in dem sich Interessierte aus allen beteiligten Einrichtungen zu Arbeitskreisen zusammenfanden, die verschiedene vernetzungsrelevante Themen bearbeiteten. Die Ergebnisse der Arbeitskreise wurden im Plenum des Workshops präsentiert. Ergebnis dieser Präsentation waren dauerhafte Arbeitsgruppen, die unter meiner Moderation acht Monate an den Themen arbeiteten, die aus dem Workshop hervorgegangen waren. Ergebnis des Projekts waren eine durch die Projektgruppenmitglieder eingerichtete Kapazitätenkoordinierung, in der dem nachstationären Bedarf der Akut-Krankenhäuser entsprechend, ambulante Angebote in vier zentralen Informationsbüros im Landkreis koordiniert werden sollen. Weiterhin wurde ein gemeinsames Papier zur Pflegeüberleitung entwickelt, das Patienten erhalten, die von einer Einrichtung zur nächsten wechseln. Meine Hauptaufgabe bestand in der Vermittlung zwischen den verschiedenen Arbeitsrealitäten der beteiligten Verbände, Institutionen, Hierarchiestufen und Berufsgruppen. Ein wesentliches Thema war der Abbau gegenseitiger Vorurteile. Der Abschlussworkshop zur Bewertung der Effekte des Projekts (nach einjähriger, selbständiger Laufzeit der weiterbestehenden Arbeitskreise) fand unter meiner Moderation im Herbst ‘97 statt. Die aufgebauten Vernetzungsinitiativen waren fast alle wieder eingestellt worden. Interessant ist, dass heute das gleiche Thema mit der integrierten Versorgung im Gesundheitsmodernisierungsgesetz nicht nur Gesetzesrang erhalten, sondern durch die geplanten Budgetabzüge für Krankenhäuser ohne Kooperationen auch mit Sanktionen belegt werden.

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Berufsübergreifendes Wissen der Rehabilitation (1995 - 1997)

Das Projekt zur Entwicklung eines Curriculums zur Vermittlung von "Berufsübergreifendem Wissen der Rehabilitation" war zunächst als ein Projekt zur Wissensvermittlung geplant, mit dem Ziel, hierdurch die Zusammenarbeit der in einer Reha-Klinik vertretenen Berufsgruppen zu verbessern. Aufgrund einer qualitativen Befragung möglicher Interessenten wurde der Schwerpunkt des Curriculums in Richtung Teamentwicklungstraining verändert. Nicht fehlendes Wissen sei das Hauptproblem in der Zusammenarbeit, sondern eher fehlende Teamorientierung, die zur Unsichtbarkeit zentraler Hemmnisse, zu Abhängigkeiten, einer Fragmentierung der Aufgaben und in der Folge zu Diskontinuitäten im Behandlungsprozess führten. Es ging um die Frage, wie ein Initiativimpuls zu einer Verbesserung aussehen könnte ? Hierbei werden in den Kliniken berufsgruppenhomogene und berufsgruppenübergreifende, moderierte "Focus discussion groups" zu vier zentralen Fragestellungen eingesetzt. Der Austausch der Ergebnisse und die Erarbeitung einer Agenda für sechs Monate erfolgt in einer Klinikkonferenz unter Beteiligung von Chefarzt, Pflege- und Verwaltungsdirektor. Die Agenda enthält zu bearbeitende Projektthemen, die Verantwortlichen für die Bearbeitung, die Bearbeiter, die Form des Informationsaustauschs über das jeweilige Projekt sowie den Termin und das Forum für die Abschlußpräsentation. Teamentwicklung ist das Signal der Führungskräfteseite, ihren Führungsanspruch auch mitarbeiterbezogen kompetent einzulösen und sich hierbei der Unterstützung verantwortungsbereiter Mitarbeiter zu versichern. Nach Abschluß des Projekts steht ein in sechs Kliniken erprobtes Training zur Initiierung von Veränderungsprozessen im Zusammenspiel zwischen Führungsimpulsen und Mitarbeiterengagement in Reha-Kliniken zur Verfügung, das nach Projektabschluß selbständig von Kliniken nachgefragt wird (siehe Internetveröffentlichung, Literaturliste).

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Teamentwicklung Sozialdienst Uniklinik Frankfurt a. M. (1998 - 2001)

Die Arbeitsbelastung im klinischen Sozialdienst steigt aufgrund der erhöhten Patientenzahlen und der Zunahme der Beratungskomplexität. Trotzdem werden Betten und damit Stellen in den Sozialdiensten abgebaut. Innerhalb der Organisationsberatung haben die klinischen Sozialarbeiter der Universitätsklinik Frankfurt Gelegenheit, gemeinsam hierzu eine Strategie zu entwickeln und diese mit selbst gewählten Instrumenten im Arbeitsalltag umzusetzen. Basierend auf einer gemeinsamen Erfolgstrategie des Teams werden z.B. die Themen Mindest- sowie Normstandards, Leistungsspektren, Dokumentationsformen und klinikinterne Selbstdarstellung behandelt. Ziel ist die Integration der auf viele Einzelgebäude verstreuten „Einzelkämpfer“ in ein Team, eine Verbesserung der Darstellung der eigenen Arbeit, sowie die gemeinsame Erarbeitung qualitativer Mindeststandards in der Beratungsarbeit. Das Projekt gab den Anlass zu einer Steuerungsrelevanten Teamentwicklung deren Hauptergebnis in der Folge die Fallgruppen der Sozialarbeit (FdS®) sind, die mittlerweile in bislang insgesamt 28 weiteren Kliniken implementiert werden.

 

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Organisationsentwicklung Dialyse Gesellschaft mbH (1998-1999)

Die Gemeinnützige Dialyse Gesellschaft ist ein Tochterunternehmen der Betriebskrankenkasse der Bayer AG und der AOK Leverkusen. Seit einiger Zeit hat der ehemalige Alleinanbieter von Dialysen in Leverkusen private Konkurrenz bekommen. Um den rückläufigen Patientenzahlen zu begegnen, müssen Führungsimpulse zur mittelfristigen Strategie der GDG, zur Qualitäts- und zur Teamentwicklung umgesetzt werden. Neben einer Teamentwicklungsmaßnahme aller Mitarbeiter - unter Beteiligung der verantwortlichen Führungstrias (Verwaltung, Medizin, Pflege) - werden Führungskolloquien zur Qualitätsentwicklung und ein coaching einzelner Führungskräfte als Instrumente eingesetzt. Ergebnis des Projekts ist ein neuer Leiter der GDG, eine neuartige Einbindung der ärztlichen Leitung und die Delegation von mehr Führungsverantwortung aus der Bayer BKK in die GDG selbst. Weiterhin wurde ein psychosozialer Gesprächskreis für Patienten eingeführt, der von einer Diplom-Pädagogin geleitet wird.

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Entwicklung, Identifikation und Implementation der Fallgruppen der Sozialarbeit (FdS®)(seit 1998- ) in bislang 35 Kliniken

Die Fallgruppen der Sozialarbeit sind ein dreidimensionales System zur Klassifikation von Sozialarbeit. Sie überwinden die univariat-beschreibend- einzelleistungsorientierte Darstellungsform der bestehenden Dokumentationssysteme und integrieren Leistungen der Sozialarbeit nach den Ergebnissen multivariater, qualitativ-quantitativer Analyseverfahren in einem empirisch validen Fallgruppensystem. Nicht mehr die beschreibende Darstellung der Häufigkeit einzelner Leistungen, sondern die Integration von Informationen zu sozialrechtlichen Beratungsinhalten, der Fallkomplexität und den Kontaktzahlen werden zu typischen Leistungsprofilen - also Interaktionen von vielen Einzelleistungen - verdichtet. Dies hebt die deprofessionalisierende Einzelleistungsperspektive auf.

Nach jetzt zehn Jahren Entwicklungsarbeit liegen nun über 35 000 Fälle vor. Alle Kliniken, die seit 2006 eine FdS®-Lizen gekauft haben, geben einmal pro Jahr die Dokumentationsdaten in den pool der gesammelten Fälle und erhalten die Auswertung der automatisierten Zuordnung. Hauptergebnis sind die Stellenerklärungen der Kliniken.

Der Brühl-Index© ist ein Instrument, das eine valide Unterscheidung verschieden stark sozial eingeschränkter Klienten ermöglicht. Hierdurch wird eine Begründung der unterschiedlichen Leistungsprofile möglich. Inhaltlich bildet der austauschtheoretische Ansatz von Staub-Bernasconi, methodisch die so genannte Latent-trait-theory (LTT) von Georg Rasch die Grundlage des Brühl-Index©. Über ihn werden die Leistungsprofile der Fallgruppen begründet. Hiermit ist auch ein wesentlicher Schritt in Richtung Qualitätsmanagement Sozialer Arbeit möglich, in dem einfache Service-Leistungen und Soziale Arbeit, aber auch andere beziehungsintensive Dienstleistungen wie die Seelsorge von Sozialer Arbeit getrennt werden können.

Zwei Sozialdienste (Unikliniken Hamburg und Frankfurt) sind bereits mit den Fallgruppen der Sozialarbeit (FdS®) als Kern ihres Qualitätshandbuchs zertifiziert und der Sozialdienst der Uniklinik Frankfurt hat den intern ausgeschriebenen Qualitätspreis der Klinik gewonnen.

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Evaluation Beschwerdenmanagement 2002 - 2003

Die Ergebnisse der Implementation eines umfassenden Beschwerdemanagementsystems in mehreren Senioreneinrichtungen eines großen Trägers werden in qualitativen „focus-discussion-groups“ und quantitativen standardisiert-schriftlichen Befragungen zu mindestens drei Erhebungszeitpunkten abgebildet. Einbezogen werden die BewohnerInnen, die Angehörigen, die Mitarbeiter und die Führungskräfte der Einrichtungen. Die Ergebnisse ermöglichen Rückschlüsse, unter welchen Bedingungen ein solches Beschwerdemanagement-System für Mitarbeiter, BewohnerInnen, Angehörige und Führungskräfte zu Verbesserungen führt.

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Methodenentwicklung im Qualitätsmanagement: Evaluation Master - Studiengang Krankenhausmanagement 2003 - 2004

Die zweite Kohorte des obengenannten Studiengangs setzt neue Erhebungsinstrumente ein, um die Veranstaltungsbewertung zu verbessern. Entwicklung, Einsatz und Bewertung der Validität der Instrumente wird innerhalb des Qualitätsmanagements zur Erhöhung der Darlegungsfähigkeit genutzt.

Hier wurden ebenfalls „focus-discussion-groups“ und standardisierte Datenerhebungen zur Instrumentenentwicklung eingesetzt. Die Ergebnisse werden zusätzlich zu einer zusammenfassenden statistischen Auswertung an die Referenten in Diskussionsrunden zurückgemeldet. Erreicht sind damit der dauerhaft selbständige Einsatz validierter Instrumente und die Befähigung des Studiengangs zur fortlaufenden Selbstevaluation.

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Pflegequalität und Pflegeleistungen: Methodische Beratung zur Bildung Pflegerelevanter Fallgruppen 2003 - 2004

Im dritten Abschnitt des oben genannten Projekts wurde die Auswertung von Pflegeleistungsdaten betreut. Untersucht wurde, ob die Abkehr von den einzelleistungsfixierten Dokumentationsroutinen und die Anwendung von Techniken zur Bildung von Fallgruppen auch in der Pflege erfolgreich sein können. Hierzu wurde in einem ersten Schritt eine Kombination von Regressions- und Clusteranalysen eingesetzt. Die eingesetzten Erhebungsinstrumente waren das Leistungserfassungssystem in der Pflege (LEP®) und der FIM. Beide Instrumente liefern keine Daten, die bereits jetzt eine vollständige Fallgruppenbildung ermöglichen. Ziel ist es, die Abkehr von Einzelleistungssystemen und die Hinwendung zu Fallgruppen mit anderen Erhebungsinstrumenten erneut anzugehen.

 

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Evaluation des Modellprojekts "Präventiver Hausbesuch" 2004 - 2007

Gegenstand ist die Evaluation der Effekte von präventiven Hausbesuchen bei Versicherten der Bosch-BKK. In der kontrollierten Versuchs/-Kontrollgruppenstudie werden Veränderungsmessungen gesundheitsökonomischer Kriterien und Messungen von Indikatoren individueller Kompetenzen vorgenommen. Die Hausbesuche selbst werden von Pflegekräften und Sozialarbeitern durchgeführt. Aktuell liegen die Daten zur empirischen Validierung der eingesetzten Fähigkeitsskalen von Kirsten Avlund nach dem Rasch-Modell und die ersten gesundheitsökonomischen Vergleiche vor. Effekte konnten nach Ablaufder Projektlaufzeit keine identifiziert werden. Die „mobility-tiredness-scale“ von Avlund ist bereits jetzt ein guter Prädiktor für die Entwicklung von Hilfebedarf. Eine umfassende wissenschaftliche Veröffentlichung hierzu ist eingereicht und befindet sich immer noch im Review-Prozess..

 

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Seit 2003 Begründung der Ressourcenverteilung Sozialer Arbeit mit dem Brühl-Index©

Die Fallgruppen der Sozialarbeit (FdS®) erklären Leistungsunterschiede über alle Fälle und alle Mitarbeiter, der so genannte Brühl-Index© liefert eine Begründung für unterschiedliche Leistungen. Der Brühl-Index© unterscheidet konstrukt- und kriterienbezogen valide verschieden stark sozial eingeschränkte Klienten in vier Gruppen:

1. Sozial selbständige Klienten

2. Sozial leicht eingeschränkte Klienten

3. Klienten mit bedrohter sozialer Selbständigkeit

4. Sozial unselbständige Klienten

Inhaltlich orientiert sich der Index am austauschtheoretischen Ansatz von Staub-Bernasconi, methodisch wird die Datenqualität nach der probabilistischen Testtheorie von Rasch geprüft. Der Index wird in bislang vier Sozialarbeiterinnen - Teams zur Begründung der Ressourcenverteilung eingesetzt. Ein um die Methodenaspekte gekürzter Artikel zum Brühl - Index© ist in der Zeitschrift für Sozialwirtschaft erschienen. Der Index wird mittlerweile auch in anderen Bereichen beziehungsintensiver Dienstleistungen eingesetzt. Ein Beispiel ist das Modellprojekt zur Entwicklung von Fallgruppen in der Berufsbetreuung. Den ursprünglichen Artikel im pdf-format enthält der folgende link.

Originalversion Einführungsartikel zum Brühl-Index©

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Fallgruppen in der Berufsbetreuung 2006 - 2009

Das Betreuungsänderungsgesetz hat die Vergütung der Betreuungsleistungen pauschaliert. Orientierung für die Vergütung sind leistungsfremde Kriterien der Organisation der Betreuungsarbeit. Diese Finanzierungsform der Betreuung führt zu Fehlanreizen, da die Vergütung abgekoppelt von der erbrachten Leistung erfolgt. Qualität spielt de facto durch dieses Vergütungsmodell keine Rolle. Zusammen führt dies in die Deprofessionalisierung der Betreuungsarbeit.

Deshalb treiben  wir im Projekt „Fallgruppen in der Berufsbetreuung“ empirisch die Identifikation typischer Klientengruppen voran. Dies erfolgt im Rahmen von repräsentativ ausgewählten Stichproben und wird nach und nach hypothesengeleitet an immer größeren Fallzahlen validiert.

Eine ersten beiden Stichproben liegen seit Juli 2008 vor, die bereits ein gutes Klassifikationsergebnis ermöglichen. Die im ersten Quartal 2008 bundesweit gezogene Stichprobe aus 2081 Fällen hat eine Klassifikation von Betreuungsleistungensehr gut ermöglicht. Die in den zwei Jahren Projektlaufzeit entwickelten Kriterien erweisen sich als valide bei der Erklärung von Zeitvarianz in der Fallbearbeitung.

Das jetzt errechnete Fallgruppensystem wird im Ergebnis als Grundlage für ein empirisch valides Vergütungssystem und für ein aussagekräftiges Qualitätsmanagement der Betreuungsarbeit genutzt werden können. Der Bundesverband der Berufsbetreuer (BdB e.V.) wird die Ergebnisse des Projekts in die Anhörungen zur Überarbeitung des Betreuungsänderungsgesetzes einbringen. Die erarbeiteten Ergebnissewurden Anfang 2009 veröffentlich (siehe Literatur)t. Es gilt nun, die Implemetierung des Fallklassifikationssystems voranzutreiben.

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Fallgruppen in im Case-Management 2007 - 2009

Aktuell arbeiten Case-Manager schon mit den Fallgruppen der Sozialarbeit (FdS®). Dort wo das Case-Management in Kliniken sehr nahe an den Tätigkeitsprofilen der Sozialarbeit und der Pflegeüberleitung arbeitet, funktionieren die FdS® sehr gut. In der Uniklinik Köln weiten wir das Konzept jetzt noch einmal aus und entwickeln Fallgruppen im Case-Management.. Diese könnten sich von den FdS® unterscheiden, weil in der Uniklinik Köln sehr nahe an den klinisch definierten Behandlungspfaden entlang gearbeitet wird und ein hohes Maß an fallübergreifender Systemsteuerung vorliegt. Erste Ergebnisse liegen jetzt vor. Das Rahmenmodell wurde bereits vorher publiziert.

 

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Klassifikation von Pflegeaufwand 2005 -

Seit jetzt drei Jahren erarbeiten Prof. Dr. Albert Brühl, Dr.  Michael Isfort und Winfried Zinn ein empirisch valides und gleichzeitig standardisierbares Klassifikationssystem zur Unterscheidung von Pflegeaufwand.. Aktuell liegt ein Datensatz mit 232 Fällen aus der Intensivpflege vor, bei dem ein Mixed-Rasch-Modell zu guten Ergebnissen führt. In der Zeitschrift “Intensiv” wurden die Zwischenergebnisse zu diesen Arbeiten im Jahr 2008 veröffentlicht. Leider finden sich bislang keine Förderer zur Fortführung der Arbeiten. Am Lehrstuhl für Statistik und standardardisierte Verfahren von Prof. Brühl bearbeitet ein Promovend das Thema im Rahmen seiner Dissertation weiter.